1. DGFF Summer School
Fremdsprachenunterricht: Erforschen, Evaluieren, Entwickeln
Die Universität Bremen trug vom 27.9. bis 3.10.2010 die erste Sommerschule der DGFF mit dem Schwerpunkt Forschungsmethodik unter dem Titel „FREMDSPRACHENUNTERRICHT: ERFORSCHEN, EVALUIEREN, ENTWICKELN“ aus.
Pressemitteilung vom 09.11.2010
Herbstliche Sommerschule der DGFF zu Forschungsmethoden an der Universität Bremen: ein gelungener Auftakt
An herrlichen Herbsttagen fand Ende September die erste Sommerschule zu Forschungsmethoden der DGFF an der Universität Bremen statt. Achtzehn NachwuchswissenschaftlerInnen aus verschiedenen Bereichen der Fremdsprachenforschung, die auf der Grundlage eines Exposés zu ihrem laufenden Forschungsprojekt von der DGFF ausgewählt worden waren, nahmen daran teil. Organisiert wurde die Sommerschule von Dr. Mark Bechtel (Didaktik der romanischen Sprachen) und Prof. Dr. Sabine Doff (Fremdsprachendidaktik Englisch), die beide dem Bremer INFORM-Institut (Institut für Fremdsprachendidaktik und Förderung der Mehrsprachigkeit) angehören.
Das intensive siebentägige Programm bot den DoktorandInnen eine breite Palette an forschungsmethodologischen Workshops an den Vormittagen. Die Themen reichten von Statistik (Dr. Julia Settinieri, Universität Bielefeld), Daten- und Methodentriangulation (Prof. Dr. Wolfgang Zydatiß und Dr. Urska Grum, FU Berlin / Universität Bamberg) und experimentellen Verfahren (Prof. Dr. Nicole Marx, Universität Paderborn) über Unterrichtsvideographie (Dr. Tuyet Helmke, Universität Koblenz-Landau), qualitative Interviews (Prof. Dr. Matthias Trautmann, Universität Siegen) sowie Testentwicklung und -analyse (Prof. Dr. Claudia Harsch, University of Warwick). Nach dem gemeinsamen Mittagessen bestand für die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, die Leiter der Workshops in sog. „Expertenrunden“ zu befragen und somit Einzelaspekte des jeweiligen Workshopthemas zu vertiefen bzw. auf ihre Forschungskontexte anzuwenden. Die Spätnachmittage waren Kolloquien vorbehalten. In thematisch zusammengestellten Kleingruppen stellten die DoktorandInnen ihr laufendes Forschungsprojekt vor und erhielten anschließend die Gelegenheit zur intensiven Diskussion im engeren Kreis. Moderiert wurden diese Kleingruppen von Bremer Nachwuchswissenschaftlerinnen (Lena Bellingrodt, Constanze Dreßler, Annina Lenz, Katharina Prüfer); beteiligt war immer auch je ein/e erfahrene Hochschullehrer/in.
Angesichts einer zur Zeit nur ansatzweise gegebenen forschungsmethodischen Ausbildung an den fremdsprachendidaktischen Lehrstühlen war es ein Anliegen der DGFF, das forschungsmethodische Bewusstsein fremdsprachendidaktischer NachwuchswissenschaftlerInnen für eine gegenstandsadäquate Verbindung quantitativer und qualitativer Forschungsstrategien zu steigern. Die erste Sommerschule konnte dazu, wie eine umfassende Evaluation gezeigt hat, einen wesentlichen Beitrag leisten und bildet somit einen gelungenen Auftakt dieses neu eingerichteten Formats. Zu verdanken ist das einer gelungenen Konzeption, die den TeilnehmerInnen eine gute Mischung aus theoretischem Input, selbstständigem Erarbeiten forschungsmethodischer Aspekte und dem Austausch über die eigenen Forschungsprojekte bot. Geglückt war, wie die Evaluation zeigt, auch die Auswahl der WorkshopleiterInnen, die mit ihren anspruchsvollen und zugleich interessanten Beiträgen wesentliche Bausteine des Programms beisteuerten. In der Evaluation besonders positiv hervorgehoben wurden ferner die gute Organisation des jungen Bremer Teams, die engagierte Mitarbeit der TeilnehmerInnen und die produktive Arbeitsatmosphäre, die während der gesamten Dauer der Sommerschule herrschte.
Am letzten Tag präsentierten die Moderatorinnen Erkenntnisse und Denkanstöße, die sich für die TeilnehmerInnen durch die Vorstellung ihrer Projekte in den Kleingruppen ergeben haben. Die besten Poster zu den Forschungsprojekten wurden prämiert. Die TeilnehmerInnen hatten sie zur Sommerschule mitgebracht, wo sie ausgehängt wurden und als Anlass zur Diskussion in den Kaffeepausen dienten. Im Abschlussvortrag thematisierten Prof. Dr. Gerhard Bach (Universität Bremen) und Jun.-Prof. Britta Viebrock (Universität Frankfurt) forschungsethische Aspekte. Die Platzierung dieses Querschnittsthemas am Ende erwies sich als äußerst sinnvoll, da im Verlauf der Sommerschule bei allen forschungsmethodischen Ansätzen forschungsethische Fragestellungen aufgekommen waren, die einer Bündelung und Systematisierung bedurften. Ein gemeinsames Mittagessen im Gästehaus der Universität auf dem Teerhof rundete die Sommerschule ab und entließ die TeilnehmerInnen in den Trubel der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die in diesem Jahr in Bremen ausgetragen wurden.
Dr. Mark Bechtel und Prof. Dr. Sabine Doff

