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Deutsche Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF)

Ludger-Schiffler-Preis 2007

Der von Herrn Prof. em. Dr. Ludger Schiffler (Freie Universität Berlin) und seiner Frau Ingrid gestiftete Preis macht es sich zur Aufgabe, die Erforschung interaktiven, partner-, lerner- und handlungsorientierten sowie alternativ-innovativen Fremdsprachenunterrichts in Deutschland zu fördern.

2007 wurden je sechs mit „sehr gut“ bewertete Dissertationen und Staatsexamensarbeiten eingereicht, die thematisch das breite Spektrum fremdsprachendidaktischer Forschung widerspiegeln.

In der Kategorie „Dissertationen“ erhielt den mit 2000,- € Preisgeld verbundenen Preis Herr Dr. Stephan Breidbach von der Universität Bremen. mit seiner Arbeit „Grundlegungen zu einer Didaktik des bilingualen Sachfachunterrichts – Theoriegeschichtliche Rekonstruktion und bildungstheoretische Konstruktion“ (2007 bei Waxmann erschienen). Bilingualer Sachfachunterricht, in der ein Sachfach (häufig Geschichte und Erdkunde) in der Fremdsprache unterricht wird, erfreut sich seit ca. 15 Jahren zunehmender Beliebtheit, obwohl weder eine eigenständige Didaktik noch eine spezifische Methodik entwickelt wurde. Stephan Breidbach legt mit seiner umfassenden und sehr gut lesbaren Theorie einer Didaktik nicht nur „Grundlegungen“, sondern ein Grundlagenwerk für den bilingualen Sachfachunterricht vor, sowohl für seine weitere wissenschaftliche Erforschung wie für seine praktische Umsetzung in der Schule.

In der Kategorie „Staatsarbeiten“ ging der mit 1000,- € verbundene Preis an Herrn Christian Beermann von der Universität Hamburg. Er widmet sich einem für den Unterricht besonders wichtigen, trotzdem bislang nur selten empirisch erforschten Thema: den Emotionen beim Sprachenlernen. In seiner Staatsexamensarbeit „Zum Erlernen von Emotionen in Sprachlernbiographien – unter besonderer Berücksichtigung der französischen Sprache“ (2006) zeigt er auf der Basis von biographischen Interviews, welche Bereiche des Spracherwerbs in besonderem Maße emotional besetzt sind, positiv wie negativ. Damit gibt die Arbeit wichtige Anstöße für die Unterrichtspraxis, insbesondere für das häufig als „schwierig“ empfundene Fach Französisch.

Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten entschied sich die Jury, weitere Arbeiten mit dem Prädikat „preiswürdig“ auszuzeichnen. Es handelt sich in der Kategorie „Dissertationen“ um:

Dr. Nicola Würffel (Universität Gießen): Strategiegebrauch bei Aufgabenbearbeitungen in internetgestütztem Selbstlernmaterial. Tübingen: Narr 2006.

Dr. Carmen Ramos Méndez: Ideaciones de estudiantes universitarios alemanes sobre su proceso de aprendizaje de español como lengua extranjera ante una enseñanza mediante tareas (Universität Barcelona 2005).

In der Kategorie „Staatsexamensarbeiten“ wurde folgende Arbeiten als „preiswürdig “ eingestuft : Kourdji, Marcus: Zwischen den Kulturen. Theoretische Reflexion des Konzepts vom dritten Ort und exemplarische Analyse eines interkulturellen Onlineprojekts (Universität Kassel 2006).  

gez. Daniela Caspari (FU Berlin)